48. ordentliche SBK-Delegiertenversammlung: Übergang in die neuen Strukturen
Die erste Delegiertenversammlung den «neuen» SBK stand ganz im Zeichen des Übergangs in die neuen Strukturen, mit der Zustimmung zum neuen Mitgliedschaftsmodell, dem Abschluss der Fusion mit 11 Sektionen und der Wahl eines neuen Präsidiums. Der bisherige Zentralvorstand wurde verabschiedet und übergab das Ruder an den neuen 26-köpfigen Vorstand des SBK. Sophie Ley wird den Berufsverband weiterhin präsidieren. Der bisherige Vize-Präsident Franz Elmer wird von der neuen Vize-Präsidentin Fatime Gara Gashi abgelöst.
Text: Martina Camenzind
Die verschlankten Strukturen des «neuen» SBK wurden an der diesjährigen Delegiertenversammlung erstmals offensichtlich: Anstelle von weit über 100 Delegierten wie noch vor einem Jahr waren am 25. Juni 2026 lediglich 24 Personen mit Stimmrecht im Saal. Zu ihnen gesellte sich der neue, grössere SBK-Vorstand, während auf der Bühne die scheidenden Mitglieder des alten Zentralvorstands Platz genommen hatten.
Zumindest zeitlich verschlankt war auch das Programm, das nur noch einen Vormittag in Anspruch nahm. Was nicht heisst, dass weniger wichtige Geschäfte zu beraten waren. Insbesondere hatten die Delegierten über das neue Mitgliedschaftsmodell – die integrale Mitgliedschaft – zu entscheiden sowie die Fusion mit 11 der 13 bisherigen SBK-Sektionen «in trockene Tücher» zu bringen. Und last but not least wurde das Präsidium neu besetzt.
Blaise Guinchard, Vizepräsident der Geschäftsprüfungskommission (GPK) kam die Aufgabe zu, den letzten GPK-Bericht zu präsentieren, stellvertretend für Präsidentin Gabriela Bischofberger, die aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend sein konnte. Er präsentiere den Bericht «mit einem Stich im Herzen», gab er zu und nutzte die Gelegenheit, der Geschäftsführung ein Lob auszusprechen: Die Zusammenarbeit sei immer transparent und konstruktiv gewesen und die GPK über aktuelle Entwicklungen immer informiert.
Gewinn statt budgetiertem Verlust, Mehrjahresplanung strebt «schwarze Null» an
Die Rechnung schloss mit einem handelsrechtlichen Gewinn von 899'507 anstatt eines budgetierten Verlusts von 47'000 Franken ab. Diese Differenz ist vor allem auf einmalige Sondereffekte zurückzuführen, wie ein Darlehen an den 2025 gegründeten Dachverband alliance care oder eine Neubewertung der Liegenschaft des SBK an der Choisystrasse 1 in Bern aus steuerlichen Überlegungen. Zum positiven Ergebnis beigetragen haben auch Sparmassnahmen, und anderem bei der Redaktion der Zeitschrift Krankenpflege. Ihre Erscheinungsweise wurde zudem wegen der sinkenden Inserateeinahmen auf 6 Printausgaben/Jahr reduziert wurde, was zu tieferen Druck- und Portokosten führte.
In den Aufgabenbereich der DV fällt auch die Genehmigung der finanziellen Mehrjahresplanung des SBK. Vor dem Hintergrund des tiefgreifenden Veränderungsprozesses, in dem sich der SBK befindet, wurde der DV für die Jahre 2027 bis 2029 lediglich eine grobe Planung vorgelegt, die jeweils eine «schwarze Null» anstrebt. Die Mehrjahresplanung wurde so genehmigt.
Die integrale Mitgliedschaft kommt im 2027
Ein Versprechen aus dem Projekt SBK-ASI Futuro wurde anlässlich der Delegiertenversammlung 2026 eingelöst. Die Delegierten nahmen das neue Beitragsmodell, die «Integrale Mitgliedschaft» an: Anstelle des bisherigen Modells eines fixen Gesamtpakets für alle Mitglieder mit einem an den Beschäftigungsgrad gekoppelten Mitgliederbeitrags wird auf 2027 das neue Modell eingeführt. Es besteht aus einer Basismitgliedschaft (SBK und alliance care), zusätzliche Dienstleistungen können in zwei unterschiedlich ausgestalteten Paketen («Support» oder «Berufliche Entwicklung») dazugebucht werden. Das Gesamtpaket mit allen Dienstleistungen wird günstiger als bisher und kostet pro Jahr 255 Franken (mehr dazu Ausgabe 4/2026 der Zeitschrift Krankenpflege, im Online-Magazin und auf der Webseite (www.sbk-asi.ch).
Dieses Modell für die SBK-Mitgliedschaft wurde von den Delegierten wie vorgeschlagen angenommen. Sie beschlossen jedoch eine Anpassung bei der Mitgliedschaft für die Pflegestudierenden. Der Entwurf hatte vorgesehen, dass nur die Basismitgliedschaft gratis sein soll, während die zusätzlichen Pakete kostenpflichtig geworden wären. Verschiedene Delegierte argumentierten, dass die Studierenden die Zukunft des SBK seien. Um sie von den Vorteilen der Mitgliedschaft im Berufsverband zu überzeugen, sei es notwendig, dass das Gesamtpaket für Studierende kostenlos bleibt. Diese Änderungen wurden angenommen; Studierende profitieren folglich auch ab 2027 von der kostenlosen (Voll-)Mitgliedschaft bei SBK und Swiss Nursing Students (SNS).
Fusion mit 11 Sektionen abgeschlossen
Ein wichtiger Programmpunkt war der Abschluss der Fusion mit 11 der bisher 13 Sektionen des SBK. De facto handelte es sich dabei um Routine-Entscheide, dennoch mussten die Delegierten pro Sektion drei Mal ihre Stimmkarten in die Höhe halten, um die Fusionen abzuschliessen. Bei zwei Sektionen (BS/BL und BE) war von Beginn an klar, dass die Fusion noch nicht abgeschlossen werden kann. Mit der Sektion beider Basel soll das per Ende Dezember 2026 erfolgen. Die Fusion der Sektion Bern hätte auf Ende Juni stattfinden sollen, wurde durch die ausserordentliche Generalversammlung der Sektion am 23. Juni jedoch abgelehnt.
Wahlen Präsidium
Zur Präsidentin gewählt wurde die bisherige SBK-Präsidentin Sophie Ley. Sie setzte sich gegen Denise Hausammann durch. Zur Vize-Präsidentin gewählt wurde Fatime Gara Gashi. Die 34-jährige Pflegefachfrau mit Master in Pflegewissenschaft arbeitet in einem Pflegeheim im Kanton Waadt und an der Fachhochschule Gesundheit Waadt. (Sie wird in Ausgabe 5 der Krankenpflege detaillierter vorgestellt)
Die wiedergewählt SBK-Präsidentin Sophie Ley mit der neuen Vize-Präsidentin Fatime Gara Gashi (Foto: SBK-ASI)
Neue Statuten – neue Organe
Die totalrevidierten Statuten des SBK haben zur Folge, dass die Gremien des SBK sich anders präsentieren als in der Vergangenheit. Anstelle des bisherigen Zentralvorstands gibt es neu einen 26-köpfigen Vorstand, wobei jeder Kanton oder Halbkanton ein Anspruch auf einen Sitz im Vorstand hat. Gewählt wird der Vorstand direkt von den SBK-Mitgliedern im jeweiligen Kanton. An der diesjährigen Delegiertenversammlung wurden die bisherigen Zentralvorstandsmitglieder verabschiedet, die das Ruder an den neuen SBK-Vorstand, der Anschluss an die DV erstmals tagte.
Die Delegiertenversammlung setzt sich neu aus mindestens einem und höchsten zehn Delegierten pro Kanton zusammen. Die genaue Anzahl berechnet sich aus der Anzahl Mitglieder im jeweiligen Kanton, wobei pro tausend Mitglieder ein:e Delegierte:n gestellt wird.
Um das demokratische Mitbestimmungsrecht der Mitglieder sicherzustellen, sehen die neuen Statuten das Werkzeug der Initiative und der Urabstimmung vor: Mit 500 Unterschriften können die Mitglieder der Delegiertenversammlung wichtige berufspolitische Fragen oder die Revision von Statutenbestimmungen vorlegen. Bei Ablehnung des Anliegens durch die DV kann das Initiativkomitee eine Urabstimmung verlangen.
Der abtretende Zentralvorstand übergibt das Ruder an den neuen 26-köpfigen Vorstand (Foto: SBK-ASI)