Transfer Coach

Pflegende und Betreuende sind häufig schweren körperlichen Belastungen ausgesetzt. Ganz besonders beim Transfer – dem Bewegen von Menschen, die dabei Unterstützung benötigen. Ergonomisch ungünstige Bedingungen, zum Beispiel die räumliche Situation, erschweren diese Arbeit oft zusätzlich und gefährden die Gesundheit der Mitarbeitenden. In der Schweiz leiden laut Studien über 70 Prozent aller Mitarbeitenden in Pflegeberufen unter Rückenschmerzen. Das Gesundheitswesen kämpft mit überdurchschnittlich vielen Ausfalltagen bei den Mitarbeitenden und einer hohen Personalfluktuation. Daraus entstehen hohe Kosten. Vorzeitige Berufsausstiege verursachen Know-how-Verlust und zusätzlichen Personalmangel. Der systematische Einsatz von geeigneten Hilfsmitteln reduziert die körperliche Belastung der Mitarbeitenden entscheidend und beugt deshalb den genannten Problemen vor. Im Vordergrund stehen nicht teure technische Lösungen. Viele kleine, in der Beschaffung günstige Hilfsmittel erleichtern die Arbeit enorm. Sie sind aber oft nur wenig bekannt. Kombiniert mit optimierten Arbeitsweisen schützt der Einsatz von Hilfsmitteln jedoch nicht nur Pflegende und Betreuende optimal. Zusätzlich entsteht so die Möglichkeit, die Bewegungskompetenz und Ressourcen der betroffenen Menschen mit Unterstützungsbedarf zu erhalten und zu fördern. Ein Schlüssel zum Erfolg ist die Arbeitsorganisation, insbesondere die Pflegeplanung: So sollten geeignete Hilfsmittel in genügender Zahl vorhanden und am richtigen Ort zur Verfügung stehen – sowohl in der stationären als auch in der ambulanten Pflege. Der Prozess als Ganzes muss in sich «stimmen» und reibungslos funktionieren, so dass es nicht zu gefährlichen Improvisationen kommt. Transfer-Coaches/Coachinnen für das Prinzip «Cleverer Transfer» sind Mitarbeitende der Pflege oder Betreuung, die sich zu diesem Thema weitergebildet haben. Mit dem erworbenen Wissen unterstützen sie die Führungskräfte bei der Umsetzung des Prinzips im Betrieb. Von cleverem Transfer wird gesprochen, wenn alle genannten Erfolgsfaktoren berücksichtigt werden.

Inhalte

Modul 1 (1 Tag)
- Einstieg in die Weiterbildung
- Grundlagewissen, Relevanz der Thematik
- Physiologische Bewegungsmuster (Anatomie/Physiologie)
- Präventionsorientierte Arbeitsweise

Modul 2 (2 Tage)
- Verschiedene Hilfsmittel kennen und korrekt anwenden können
- Praktisches Üben

Modul 3 (2 Tage)
- Rolle Coach im Team
- als Coach anleiten und schulen (Methodik/Didaktik)
- Schulungsunterlagen der SUVA kennen und einsetzen
- Umgang mit Widerständen
- Vorbereitung und Schulung einer Schulungssequenz

Ziele

In der Weiterbildung wird an folgenden Kompetenzen gearbeitet:
Fach- und Methodenkompetenzen
Die Teilnehmenden sind fähig
- Auswirkungen von schweren körperlichen Belastungen und schlechter Arbeitsgestaltung zu verstehen.
- ungünstige Arbeitssituationen oder ungünstiges Arbeitsverhalten zu erkennen.
- Ressourcen- und Präventionsorientierte Arbeitsweise unter Einbezug geeigneter Hilfsmittel anzuwenden.
- Assessmentmethoden zu planen, durchzuführen und auszuwerten.
- verschiedene Hilfsmittel, deren Beschaffung und sowohl fachgerechte, wie fachspezifische Anwendung zu erklären.
- Themenbezogenen Schulung/ Instruktionen durchzuführen.

Selbst- und Sozialkompetenzen:
Die Teilnehmenden können
- ihr Arbeitsumfeld ihr Arbeitsumfeld sensibilisieren und motivieren.
- in der Rolle als Coach argumentieren und überzeugen.
- eine nachhaltige Anwendung und bedarfsgerechte Schulungen im Betrieb/Team gewährleisten.

Die Kompetenzen werden den verschiedenen Zielgruppen angepasst.

Lehrmethode

Wissensvermittlung, Theorie-Praxistransfer, Praktisches Anwenden und Üben

Dozenten

Monica Cafisch, Monika Fuchs

Anmerkungen

Bitte melden Sie sich direkt auf der Website des SBK Bern (Link auf der rechten Seite) an.

Überblick:

Kosten: Mitglied: 1150
Nichtmitglied: 1700
Ort: SBK Bern, Monbijoustrasse 30, 3011 Bern
Kontakt: SBK Bern
Monbijoustrasse 30
3011 Bern
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